Samstag, 29. August 2026, 18 Uhr, Konstanz, Stadtgarten (gegenüber Kiosk)
Anlässlich des Jahrestages des Mordes am Konstanzer Lehrling Martin Katschker gedenken wir der Opfer rechter Gewalt. Der 17-jährige Martin Katschker wurde am 29. August 1970 am Blätzlebrunnen auf dem Augustinerplatz mit einem sogenannten Hasentöter erschossen. Angeführt vom späteren NPD-Gemeinderat Walter Eyermann, ging im Sommer 1970 eine beispiellose Hetzkampagne gegen sogenannte „Gammler“ am Augustinerplatz und im Konstanzer Stadtgarten vonstatten. Im Mord an dem Jugendlichen fand sie ihren traurigen Höhepunkt.
Da sich an der Gedenktafel am Tatort derzeit eine Baustelle befindet, weichen wir mit der Kundgebung diesmal in den Stadtgarten aus.
Wir wollen in diesem Jahr auf die Kontinuität rechtsextremer Gewalt in der Region hinweisen. Wir erinnern an eine Anschlagserie 1992 auf den Jüdischen Friedhof Wangen, den Überlinger KZ-Friedhof an der Birnau und auf eine Flüchtlingsunterkunft in Gottmadingen. Zudem an den Brandanschlag auf das türkische Restaurant Eumel 1993 sowie den Angriff auf eine Demonstration gegen die Belagerung der kurdischen Stadt Kobane in Bregenz durch türkische „Graue Wölfe“ mit zwei lebensgefährlich Verletzten im Jahr 2014. Eine aktuelle Bedrohungslage geht von der gewaltbereiten Kleinpartei „Der Dritte Weg“ mit einem „Stützpunkt Bodensee“ in Radolfzell aus.
Hille Hackenfort vom „Klare Kante – der Demokratie-Podcast“ wird die Veranstaltung moderieren und Gespräche mit Zeitzeug*innen und Jürgen Weber vom Rechercheteam des Bündnisses „Konstanz für Demokratie“ führen.
Am Ende soll es gemeinsam ein würdiges Gedenken an Martin Katschker geben.
Dazu sind Sie alle herzlich eingeladen.




