Rechtsextremer Berater der AfD-Kreistagsfraktion macht Karriere bei der „Generation Deutschland“ (GD)

Pressemitteilung vom 7. September 2026

Rechtsextremer Berater der AfD-Kreistagsfraktion macht Karriere bei der „Generation Deutschland“ (GD)

  • Tim Demuth, die Verbindungsperson zu rechtsextremen Vorfeldorganisationen, ist stellvertretender Landesvorsitzender der GD in Baden-Württemberg.
  • Demuth war bereits im Landesvorstand der vom Verbot bedrohten Jungen Alternative (JA).
  • Er wurde nun am 29. August 2026 auch in den Bundesvorstand der neuen AfD-Jugendorganisation gewählt.
  • Demuth moderierte im Dezember 2024 ein Geheimtreffen in Kloten. Unter den Teilnehmenden waren Mitglieder der in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Bewegung.

Tim Demuth ist in Konstanz kein Unbekannter: Er stammt aus dem Landkreis Esslingen und beriet die AfD-Kreistagsfraktion im Landkreis Konstanz bis Ende 2024. Dann machte die Verbindungsperson zur Identitären Bewegung und anderen rechtsextremen Vorfeldorganisationen der AfD im Südwesten mit einem Geheimtreffen in Kloten seiner Karriere innerhalb der Partei ein vorläufiges Ende. Die Verbindungen zur extremen Rechten nützte ihm jedoch mehr, als sie ihm schadete, wie man jetzt an seinem Aufstieg in der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ sieht.

Nach Recherchen von „Correctiv“ gab es Mitte Dezember 2024 im schweizerischen Kloten ein Geheimtreffen nach dem Vorbild einer Versammlung in Potsdam rund ein Jahr zuvor. Thema auch hier: massenhafte „Remigration“. Als Gastgeber fungierte die „Junge Tat“, eine Organisation, die gemäß Schweizer Behörden rechtsradikal und gewaltbereit ist. Sechs ihrer Mitglieder stehen seit Anfang September wegen zahlreicher Straftaten in Zürich vor Gericht. Ebenfalls vor Ort waren Politiker*innen der AfD gemeinsam mit Mitgliedern der in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Bewegung.

Nach Informationen des „Recherchenetzwerks zur Identitären Bewegung“ moderierte Tim Demuth auf dem Geheimtreffen in Kloten. Danach tauchte er als öffentliche Person bei der AfD ab. Die „Kontext:Wochenzeitung“ berichtete im Februar 2025 über den Verbleib von Tim Demuth: „Bilder zeigen ihn auf einer Wanderung mit der Identitären Bewegung, wie er mit seinen Fingern das White-Power-Symbol formt. Aktuell tritt er als Kameramann in extrem rechten Kreisen auf.“

Die JA Baden-Württemberg löste sich zusammen mit der Bundesorganisation Ende März 2025 offiziell auf. Jetzt ist Demuth als führender Funktionär der neuen GD wieder im Geschäft bei der AfD. Nach der Wahl zum stellvertretenden Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg im Juni 2026 wurde er vor wenigen Tagen auch in den Bundesvorstand der Jugendorganisation gewählt.

Offiziell kommuniziert die AfD einen Unvereinbarkeitsbeschluss zur Identitären Bewegung und anderen rechtsextremen Organisationen, denen Demuth nahesteht.

Jürgen Weber vom Rechercheteam des Bündnisses „Konstanz für Demokratie“ kommentiert dies so: „Der Identitäre Dominik Böhler musste während des Landtagswahlkampfes im Dezember 2025 noch als neu gewählter Sprecher im AfD-Kreisvorstand Konstanz wieder zurücktreten, weil der Landesvorstand den Kreisverband bei der Wahl des Rechtsextremen zurückpfiff. Nach den Wahlen scheint die AfD-Landes- und Bundesspitze die führende Rolle des rechtsextremen Tim Demuth in der GD nicht zu interessieren.“


Tim Demuth hier als Berater der AfD-Fraktion im Großen Sitzungssaal des Landratsamt Konstanz, 2024 © Rechercheteam Bündnis „Konstanz für Demokratie“

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