Neulich rieb ich mir die Augen als ich ganz ohne Vorwarnung über ein CDU-Papier zur AfD stolperte. Kurzzeitig hielt ich es für eine gut gemachte Satire des Postillon. Es war aber kein technischer Fehler und auch kein Hackerangriff der Satire-Elite, sondern tatsächlich ein offizielles Werk aus dem Hause CDU- Bundesgeschäftsstelle | Strategische Planung. Tino Chrupalla sah auf Instagram so aus, als hätte man ihm die Lieblingskreide weggenommen, als er sich ein persönliches Exemplar im Adenauerhaus abholte, während sich bei mir ein ungeahntes Glücksgefühl breitmachte.
Man glaubt es kaum, aber die Union ist tatsächlich hinter ihrer eigenen Brandmauer aus dem Tiefschlaf hochgeschreckt und hat einen Text rausgehauen der sich gewaschen hat. Wer hätte gedacht, dass man im Konrad-Adenauer-Haus so laut poltern kann. Respekt!
Liebe CDU, wenn ihr jetzt schon mal aufgeschreckt seid, dann bleibt bitte nicht beim Verteilen von schicken Broschüren stehen. Der zweite Schritt folgt logischerweise auf den ersten. Gebt euch einen Ruck und stellt über die Regierung einen Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht, denn genau das gehört zu eurem Handwerk.
Die Argumente dafür habt ihr euch praktischerweise schon selbst zusammengeschrieben. Worauf wartet ihr also noch? Wenn ihr selbst feststellt, dass diese Truppe demokratieschädlich, antisemitisch und völkisch agiert und somit nichts als den Abstieg für das Land bedeutet, erübrigt sich jedes weitere Zögern.
Eure Broschüre ist eine wunderbare Sammlung faschistoider und menschenverachtender Zitate inklusive Quellenangaben. Wer das gelesen hat, weiß doch nun wirklich, wes Geistes Kind ein Großteil dieser Partei ist. Wollt ihr ernsthaft so lange Däumchen drehen, bis im Bundesrat die ersten AfD-Ministerpräsidenten zum gemütlichen Plausch neben euch Platz nehmen? Das kann wohl kaum der Plan sein.
Die Zeit für mutige Taten ist jetzt gekommen. Wir erwarten von der politischen Führung, dass sie Schaden vom Volk abwendet, statt nur Papier zu bedrucken.
Herzliche Grüße aus der wachen Mitte der Gesellschaft
Winfried Heptner
P.S. Das gute Stück kann man sich übrigens im Netz herunterladen, damit später niemand mehr die „Wir haben von nichts gewusst“-Karte aus dem Ärmel ziehen kann:
Text: Winfried Heptner





