AfD Kreisvorstand rückt noch weiter nach rechts

Pressemitteilung vom 7. Januar 2026

AfD Kreisvorstand rückt noch weiter nach rechts


Pressemitteilung vom 7. Januar 2026

  • Beim Verfassungsschutz bekannter Rechtsextremer Dominik Böhler aus Konstanz wurde in den AfD-Kreisvorstand berufen.
  • Böhler ist den Behörden als Funktionär der Identitären Bewegung im Südwesten bekannt.

Wie der AfD-Kreisverband meldet, wurde auf einer Mitgliederversammlung am 13. Dezember 2025 Dominik Böhler aus Konstanz als Beisitzer in den Kreisvorstand gewählt.

Böhler trat bereits am 25. Oktober 2025 bei einem Informationsstand der Partei auf der Konstanzer Marktstätte auf. Ebenso war der Konstanzer Funktionär der Identitären Bewegung bei der Gründungsversammlung der Nachfolgeorganisation der gesichert rechtsextremen und aufgelösten „Jungen Alternative“ am 29. November 2025 in Gießen dabei.

Der auf dieser Gründungsversammlung gewählte Vorsitzende Jean-Pascal Hohm weigerte sich, sich von Gruppierungen und Personen aus dem rechtsradikalen Spektrum zu distanzieren. Ganz im Gegenteil: Der erste Vorsitzende der „Generation Deutschland“ sieht Identitäre und andere Radikale als wichtige „Organisationen im Vorfeld“ der AfD. Aus dieser Klientel soll künftiges Führungspersonal der AfD geschmiedet werden. „Mit der Wahl von Dominik Böhler in den Kreisvorstand beginnt man in Konstanz sehr schnell mit der Umsetzung dieses Ziels der AfD-Jugendorganisation“, so das Bündnis „Konstanz für Demokratie“.

Dominik Böhler ist für das Landesamt für Verfassungsschutz und Beobachtende der Szene seit Jahren ein führender Kopf in der Neuen Rechten im Südwesten. Er trat vor allem als Funktionär der Identitären Bewegen (IB) in Erscheinung.

Dominik Böhler ist eine Führungsperson der IB Ortsgruppe Konstanz-Bodensee und war mit seiner Gruppe Anmieter der geheim gehaltenen Räume der „IB Schwaben“ in Ulm, welche 2022 aufgedeckt und geschlossen wurden. Zur „Identitären Bewegung Schwaben“ zählen die Sicherheitsbehörden auch die Gruppe „Reconquista 21“. Wie der SWR 2024 berichtete, ermittelten mehrere Polizeipräsidien in Baden-Württemberg wegen einer Reihe von Delikten mit rassistischem Hintergrund gegen „Reconquista 21“.

Dominik Böhler war bis zu dessen Auflösung 2025 Vorsitzender des sogenannten „Schwäbischen Kulturvereins“. Dieser war laut Verfassungsschutz eine Tarnorganisation des IB. Der „schwäbische“ Verein hatte seinen Vereinssitz an der Wohnadresse Böhlers im Konstanzer Stadtteil Fürstenberg.

In einer „Kleinen Anfrage“ im Landtag der Abgeordneten Nese Erikli (Grüne) bestätigten die Verfassungsschützer: „Seit der Vereinsgründung im Jahr 2017 durch sieben Gründungsmitglieder erfolgten keine weiteren Einträge im Vereinsregister. Mindestens fünf der Gründungsmitglieder waren zeitweise im IB Schwaben aktiv“. Das Landesamt für Verfassungsschutz macht die Gruppe auch für die Teilnahme Rechtsradikaler am Fastnachtsumzug in Konstanz am 18. Februar 2018 verantwortlich.

Nach langwierigen tiefen Zerwürfnissen und Richtungskämpfen innerhalb des Kreisverbands hatte die AfD erst im April 2025 erneut einen neuen Vorstand präsentiert, der schon im Dezember 2025 wieder zerbrach. Linda Bröder und Thomas Fessel haben „ihr Amt niedergelegt“, so die AfD und wurden durch Norbert Tobian und den Identitären Dominik Böhler ersetzt.

Die AfD im Kreis meldete im Frühjahr 2025: „Wie auch im letzten Kreisvorstand gab es interne und persönliche Differenzen sowie andere Schwerpunktsetzungen.“ Der mit „Schwerpunktsetzung“ umschriebene Prozess ist ein handfester Richtungsstreit. „Unter Bernhard Eisenhut und Steffen Jahnke driftete die Partei immer weiter nach extrem rechts, wo sie spätestens mit Dominik Böhlers Mitgliedschaft im Vorstand angekommen ist“ so Katrin Brüggemann, eine der Sprecher*innen des Bündnisses „Konstanz für Demokratie – klare Kante gegen rechts“.

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